001 24. Februar 2014

Olympia – Russland und die Welt

Olympia Soschi 2014 mit einer grandiosen Abschlussfeier beendet – und vielen Kommentaren.

Mein Verständnis von Demokratie wird in Russland nicht gelebt.

Ich halte es für skandalös, dass Bauarbeiter ihren Arbeitslohn nicht erhalten haben und das sexuelle Orientierungen in Russland immer noch für Diffamierung und Schlimmeres genügt – sicher könnte man weiteres nennen.

Manch ein Politiker entschied sich, nicht nach Soschi zu fahren.

Darf ich mich trotzdem über den Sport freuen: über ihre großartigen Leistungen, die von den Sportlern immer wieder benannten ausgezeichneten sportlichen Bedingungen und ebenso beschriebene russische Gastfreundschaft?

Darf ich mich ärgern über die mäßige Medaillenausbeute deutscher Sportler und Dopingaffären?

In beiden Fällen habe ich habe mich entschieden: JA!

Aber mich bewegt auch das Bild, dass so glitschig glatt und medieneinheitlich von Russland gemalt wird.

Ich wurde vom DDR-Bürger zum Bundesbürger und erlebte im Crashkurs – auch mit vielen Verlust aber auch Gewinn – was demokratische Rechte und Möglichkeiten beinhalten.

In den Ländern östlich der Oder gab es keine „Brüder und Schwestern“, die erprobte demokratische Strukturen übertragen konnten.

Polen, Tschechien, die Ukraine und alle weiteren Staaten, die aus der Sowjetunion hervorgingen, hatten keine „Brüder und Schwestern“ und mussten sich neu strukturieren.

Nein, es gefällt mir nicht, was da sich so alles zusammen gekungelt hat. Ich sehe, welch vergleichsweiser „Kleinkram“ sich in Ostdeutschland ergeben hat.

Kommentatoren, Reporter und Politiker erwarten, dass Russland innerhalb eines halbes Menschenleben ein lupenreines Abbild mitteleuropäischer Demokratie wird, obwohl die Menschen nach Zarismus und Stalinismus mehrere Generationen lang dies nicht kannten.

Welch grandiose Überheblichkeit. Auch wenn man das US-amerikanischen Demokratiesystems genauer betrachtet und gegebenenfalls kritisieren mag, scheint es dort, wie das System in Russland, mehrheitlich akzeptiert zu sein…

Ich betrachte aufmerksam die Situation in der Ukraine. Ich trauere um die Menschen, die ihr Leben verloren haben und hoffe, dass es keine weitere Opfer gibt.

… nun warte ich auf die Berichterstattung über die Fußball-WM in Brasilien …

GD, 24.02.2014

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